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Tag der deutschen Sprache
Fotos Mid Winter Ball
2004
Third Culture Kids (TCK)
Eindrücke einer Ballonfahrt
Staatsangehörigkeitrecht

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Ziele des Tages der deutschen Sprache
(Stand: 01. 10. 2003)
Die deutsche Sprache wird seit Jahren mit unnötigen
englischen, amerikanischen und scheinenglischen Ausdrücken
vermischt, so daß die Verständigung innerhalb der
deutschen Gemeinschaft gefährdet und in einigen Bereichen
bereits nicht mehr gegeben ist. Es handelt sich dabei nicht
nur um eine Mode-Erscheinung, sondern um die Zerstörung
unserer kulturellen Eigenständigkeit durch deutsche Bürger
auf allen Ebenen. Die Wirtschaft und besonders die Werbung
sowie ein Teil der Medien tun sich bei Verwendung dieser Ausdrücke
besonders hervor. Wer sich die Geschäftsnamen und Schautafeln
in unseren Straßen ansieht, erkennt auch hier das ungeheure
Ausmaß der sprachlichen Entfremdung.
Der Jugend wird die irrige Meinung eingeredet, nur englische
Ausdrücke entsprächen ihrem Lebensgefühl. Die
deutschsprachige Gesangskultur ist - mit einigen Ausnahmen
- fast vollständig zusammengebrochen. Die Wissenschaft
ist dabei, sich von der deutschen Sprache zu verabschieden.
Englische Ausdrücke dringen vermehrt in das Alltagsdeutsch
des privaten Bereichs ein.
Neben der sprachwissenschaftlichen Leistung tritt am "Tag
der deutschen Sprache" die bürgernahe Vermittlung
der Bedeutung der deutschen Sprache als weiterer sprachpflegerischer
Baustein des Vereins Deutsche Sprache e. V.. Der Verein benennt
jährlich noch den "Sprachpanscher" und verleiht
im Herbst jedes Jahres den "Kulturpreis Deutsche Sprache".
Wenn auch die heutige Situation wegen der Entwicklung der
Kommunikations- und Verkehrstechnik und wegen der wirtschaftlichen
Verflechtungen mit früheren Epochen nicht vergleichbar
ist, fällt doch auf, daß es in der Vergangenheit
immer wieder - wenn auch weniger schwerwiegende - sprachliche
und damit kulturelle Einbrüche im deutschsprachigen Raum
gegeben hat.
Am "Tag der deutschen Sprache" treten wir deshalb
nicht nur allem entgegen, was mit unnötigen Anglizismen
und der Anglomanie im weitesten Sinn zu tun hat, sondern verfolgen
auch ein längerfristiges Ziel: Den Aufbau und die Festigung
eines Bewußtseins für die Schönheit und Ausdruckskraft
der deutschen Sprache bei allen Bürgern unseres Landes,
so daß sich die kulturellen Schwächephasen künftig
nicht wiederholen und sprachlich falsche Entwicklungen nicht
immer wieder mühsam richtig gestellt werden müssen.
Die Leistungen deutscher Bürger müssen sprachlich
wieder erkennbar sein. Dadurch könnten sich auch Vorteile
für den Wirtschaftsstandort Bundesrepublik ergeben.
Nur wenn wir unsere eigene Sprache schätzen, wird sie
im Ausland, besonders in der EU, ernst genommen.
Wichtig ist es, neben den Protesten und Unterschriftenaktionen
die Gleichwertigkeit der deutschen Sprache mit anderen Kultursprachen
beispielhaft hervorzuheben und ihr Ansehen wieder zu heben.
Inzwischen wurde ein Faltblatt mit den Zielen des "Tages
der deutschen Sprache" aufgelegt:
Der "Tag der deutschen Sprache"
soll bewirken, daß die deutschsprachige Gemeinschaft
der derzeitigen Anglomanie und dem Fremdwortgebrauch im weitesten
Sinn entgegentritt.
soll den Sinn für die Schönheit und Ausdruckskraft
der deutschen Sprache bei allen Bürgern unseres Landes
aufbauen und festigen
soll verhindern, daß sich die kulturellen Schwächephasen
aus Vergangenheit und Gegenwart künftig wiederholen.
soll die Bedeutung guter muttersprachlicher Kenntnisse
für die internationale Wettbewerbsfähigkeit hervorheben
(PISA-Studie 2002).
soll den Willen zur Verständlichkeit in Schrift
und Sprache, d. h. den sprachlichen Gemeinsinn, bei den deutschen
Bürgern dauerhaft verankern.
soll erreichen, daß wir unsere eigene Sprache
schätzen. Nur so wird sie im Ausland, besonders in der
EU, ernstgenommen.
soll an die Gleichwertigkeit der deutschen Sprache
mit anderen Kultursprachen erinnern.
Der "Tag der deutschen Sprache" findet jährlich
am zweiten Septembersamstag statt. Alle sprachlich interessierten
Vereine und Gesellschaften sind eingeladen, den "Tag
der deutschen Sprache" mitzugestalten.
Zwar weist die Sprachwissenschaft darauf hin, daß man
die Sprachentwicklung nicht aufhalten kann und der sprachliche
Zustand nur ein Symptom für das gesellschaftliche Befinden
ist. Wir alle können die künftige Entwicklung wegen
fehlender Vergangenheitsvergleiche nicht vorhersagen.
Sprachvereine haben auch in früheren Zeiten manchen Sprachmüll
beseitigt. Für die aktiven Sprachpfleger - als Einzelpersonen
oder in Sprachvereinigungen organisiert - spricht, daß
sie Deiche bauen und die Möglichkeit des "Land unter"
nicht schicksalsergeben hinnehmen.
Die bisherigen Aktionen des "Vereins Deutsche Sprache"
haben bereits Erfolge der öffentlichen Problemwahrnehmung
bewirkt:
Protestbriefe an Unternehmen, Leserbriefe an Zeitungen und
Zeitschriften, Schreiben an Politiker, Herausgabe von Sprachzeitungen
und zahlreichen Büchern, Herausstellung von Sprachpanschern
und -verhunzern, Straßenaktionen und Info-Stände,
Podiumsdiskussionen, Rundfunk- und Fernsehauftritte, Sprachbündnisse,
der Kulturpreis Deutsche Sprache, die Diskussion über
gesetzliche Regelungen in einem Sprachgesetzbuch und eine
Akademie der deutschen Sprache.
Viele Politiker haben sich inzwischen gegen die Überflutung
der deutschen Sprache mit englischen oder scheinenglischen
Ausdrücken ausgesprochen. Auch Bundesregierung und Bundestag
haben sich mit dem Thema beschäftigt.
EU und Europarat unterstützten mit dem Europäischen
Jahr der Sprachen 2001 die sprachliche Vielfalt in Europa.
Die UNESCO hat aus dem gleichen Grund einen Internationalen
Tag der Muttersprachen ausgerufen, der alljährlich am
21. 2. stattfindet. Da jede Sprache ihre spezifischen Probleme
hat und in den einzelnen Ländern unterschiedliche Bedingungen
zu beachten sind, ist ein von diesem Tag abweichender "Tag
der deutschen Sprache" gerechtfertigt. Auch der "Europäische
Tag der Sprachen" fand am 26. 9. 2001 statt.
Ursula Walsh
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