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Arthurs Pass

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Arthurs Pass: Dobson Nature Walk
Der Dobson Nature Walk bietet die ausgezeichnete Möglichkeit,
die alpine Flora Neuseelands aus nächster Nähe auf
kleiner Fläche in Augenschein zu nehmen. Bergfingerhut,
der nicht wie eine Fingerhutpflanze aussieht, das Firmenemblem
von Mount Cook Line in lebendiger Form und boshaft Stacheln
von sich streckenden Giant Spaniard gibt es zu sehen.
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Giant Spaniard |
Hinweis
Die Fahrt über Arthur's Pass mit der Otira-Schlucht gen
West Coast ist ab dem Dobson Memorial keine Strecke fur schwache
Nerven und schlechte Bremsen. Fur Pkw mit Wohnwagenanhängern
ist die StraBe gesperrt, urlaubende Campervan-Fahrer mit großen
6Bett-Campern sollten vielleicht eine andere Route nach Westen
wählen.
Anfahrt
Das Bergdorf Arthur's Pass ist über den Highway 73 zwischen
Christchurch und Kumara zu erreichen.
Der Tranzalpine-Zug fährt morgens über Arthur's
Pass nach Greymouth und kehrt abends wieder zurück; kostenfreie
Buchung über 0800 872 467, 7.00 - 19.00pm, Mo-So.
Informationen
Arthur's Pass Visitor Centre, Department of Conservation,
P O Box 8, Arthur's Pass
Phone 03 318-9211, Fax 03 318-9210
Parkmap 273-01
Der Dobson Nature Walk beginnt am Highway 73, schräg
gegenüber dem Parkplatz am Twin Creek, ca. 350 m vom
Dobson Memorial entfernt. Zuerst überquert der Weg einen
Bach, an dem der grösste Hahnenfuss der Welt, die Mount
Cook Lily (RanUnculus Iyallii) weiss blüht. Sie ist auch
an ihren weiten, abgerundeten Kelchblattern zu erkennen. Dazwischen
ragen die dünnen Blattzweige des Grasbaums (Dracophyllum
longifolium) hervor. Das braungelbe, leicht rötlich schimmernde
und in Büscheln wachsende Gras ist Red Tussock (Chionochloa
rubra). Entlang des kleinen Baches blühen im Frühjahr
und Sommer Berggänseblümchen der Gattung Celmisia.
Die noch kleineren weissen Blümchen mit den hellgelben
BIütenblattansätzen sind Bergfingerhut (Ourisia
macrocarpa).
Leicht ansteigend, passiert der Nature Walk auf einem hözernen
Laufsteg einen morastigen Abschnitt und gelangt zu einer Bank.
Dort wachsen Büsche der Gattung Coprosma. Einige Arten
geben einen unangenehmen Geruch von sich, wenn man ihre Blatter
zerreibt. Als Früchte tragen sie rote, aber auch hellblaue
Beeren.
Hat man den boardwalk hinter sich gelassen, wird man die stachelartigen
Blatter des gelblichen Giant Spaniard (Aciphylla scott-thomsonii)
erkennen. Die Pflanze wird bis zu 3 m hoch. Ebenso leicht
ist der Bergflachs (Phormium cookianum) zu entdecken. Seine
schmalen, 1 m langen Blatter und die zum Sommer hin vertrockneten,
gut 2 m messenden BIütenrispen sind unverwechselbar.
Die hier wachsenden Farnarten gehören zur Gattung Blechnum.
Die Sträucher mit den kleinen, leicht fransigen, aber
festen Blattern sind Schneebeerenbüsche (Gaultheria depressa),
deren weisse Beeren essbar sind. Hochgiftig sind hingegen
die blauschwarzen Beeren des Tutu (Coriaria angustissima).
Leicht abschüssig führt der Weg über eine Brücke
zurück zur Strasse. Auf diesem Stück kann man die
stachelig aussehenden Blatter der Mountain Holly (Olearia
ilicifolia) erspähen.
Wie der Mount Cook National Park ist auch der Arthur's Pass
National Park ein Alpingebiet. Die Berglandschaft weist 30
Gipfel Ober 1800 m auf, und die Pisten des Temple-Basin-Skigebietes
nutzen im Winter Westcoaster und Canterburians gleichermassen.
Auf der Westseite des Parks wächst im mil-den, feuchten
Klima des westland ein Oppiger Wald mit Steineiben und Rata.
Auf dem Gebirgssattel wechselt das Bild abrupt. Jährliche
Niederschläge von 5000 mm und Temperaturextreme lassen
nur den Wuchs der robusten alpinen Flora zu. Doch schon 500
m weiter östlich weicht die kleinwüchsige Bergflora
Scheinbuchenwäldern, in deren Wipfeln Moose wachsen.
1864 wurden die ersten Goldkörner und Goldschuppen in
den Flussen der West Coast gefunden. Tausende brachen damals
aus Canterbury auf, um jenseits der Südalpen ihr Glück
zu suchen. Zum Kummer der Geschäftsleute in Canterbury
flossen die dem Erdboden entrissenen Reichtumer nicht zurück
in die Provinzhauptstadt Christchurch, sondern liessen im
Westland Banken wie Pilze aus dem Boden schiessen. Eine Strasse
von Canterbury an die Westküste, so hofften sie, wurde
Abhilfe schaffen. Die Söhne des damaligen Chefingenieurs
von Canterbury, George und Arthur Dudley Dobson, fanden ein
Jahr später eine ideale Passroute über die Southern
Alps. Die Information über den Gebirgssattel westlich
von Christchurch hatte Arthur Dudley von den Maori erhalten,
deren Vorfahren die Route auf ihren wegen zu den Nephrit-Vorkommen
des Westland genutzt hatten. Die Arbeiten an der PassstraBe
begannen im April 1865.
Am Lake Pearson wartete damals eine grosse Gruppe von Arbeitern
darauf, dass sich George Dobson und sein Vater Edward endlich
auf eine Route einigten. Schliesslich meinte das Familienoberhaupt:
"Arthur's Pass is the best."
Innerhalb eines Jahres trieben 1000 Arbeiter mit Dynamit,
Spitzhacke, Schaufel und Schubkarre eine Kutschenstrasse über
den Pass. Selbst schlecht mit Unterkunften und Lebensmitteln
ausgestattet, kümmerten sie sich dennoch um die zu Glücksrittern
gewandelten Bürger aus Canterbury, die, oft jämmerlich
ausgerustet, entlang der halbfertigen Passstrasse erschöpft
liegenblieben.
Die grösste Schwierigkeit beim Bau der Arthur's Pass
Road bestand in den extremen Höhenunterschieden. Vom
Cass River (564 m) klettert die Passstrasse gemächlich
über eine Strecke von 30 km zum 924 m hohen Arthur's
Pass empor. Auf der Westseite hingegen fällt sie innerhalb
von 10 km um ca. 550 m ab.
Stefan Gabel
Richtig wandern - Neuseeland, DuMont Buchverlag 1993/1995
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